Sonntag, 6. Januar 2013


Erst einmal ein großes SORRY

denn ich hab die letzten 3 Monate nichts gepostet
Dafür habe ich jetzt die Berichte vom Oktober, November und Dezember zusammengefasst
Dies wird denke ich mein Letzter Post sein und ich hoffe ihr konntet durch meinen Blog viel lernen :)

 

Schon ist es Oktober und nur noch 2 an halb Monate

Jetzt sind wir schon im Oktober und es liegen nur noch 2 an halb Monate vor mir. Einerseits bin ich glücklich bald meine Familie und Freunde wieder zu sehen aber andererseits ist es auch echt schade, dass die Zeit hier so schnell vergeht und ich schon bald Abschied von meiner super netten Gastfamilie und tollen Freunden nehmen muss.

Aber jetzt erst mal zum Oktober. Diesen Monat hatte ich leider nicht viel Zeit um mit Freunden unterwegs zu gehen oder desgleichen, da ich mich für den Japanese-Language Proficiency Test angemeldet habe. Dies ist ein Nationaler Test den man überall auf der Welt machen kann. Dort gibt es Stufen von N5-N1 wobei N1 das schwierigste ist. Ich habe beschlossen N3 zu nehmen wie die meisten die hier mit mir in Japan sind. Aber da dieser Test sehr schwer ist und man über 360 Kanjis kennen muss. Habe ich beschlossen jetzt jeden Tag dafür zu lernen. Auch habe ich jetzt noch eine extra japanisch Lehrerin zu der ich montags und donnerstags nach der Schule hingehe.


Um meiner Familie mal zu danken, dass sie sich immer so gut um mich kümmern hatte ich mir vorgenommen für sie einmal deutsch zu kochen. An einem Samstag habe ich das dann auch gemacht. Nachmittags hatte ich einen Apfelkuchen gebacken als Nachtisch und dann gegen Abend Frikadellen nach Omas Rezept gemacht mit Kartoffeln und deutscher Soße.
Vor allem mein Gastvater fand das echt lecker was mich dann natürlich sehr gefreut hat. Jetzt haben wir es eingeführt, dass jede Woche einmal die Frikadellen gemacht werden.
Aber auch diesen Monat habe ich einiges Erlebt.





 Da der Bruder meines Gastvaters bei der Marine arbeitet hatten wir Freikarten für eine Fahrt auf einem Militärschiff bekommen wo mein Gast Bruder, mein Gastvater und ich dann auch hingegangen sind. Es war schon sehr interessant so ein Schiff mal von innen zu sehen. Leider musste ich morgens schon um 4:30 aufstehen weil das Schiff um 7:30 ablegte und wir auch noch hinfahren mussten. Die Tour ging dann ungefähr 8 Stunden, was für mich nicht ganz  so praktisch war da ich Seekrank bin. Aber trotzdem war es sehr interessant zu sehen wie die Marine Soldaten auf dem Schiff leben und wie so ein Schiff funktioniert. Auch waren wir im Steuerzentrum wo der Kapitän war. Das war echt interessant zu sehen wie ein Schiff gelenkt wird und was alles kontrolliert werden muss





Auch waren ich und meine Austauschschülerfreunde aus Korea, Ungarn und Philippinen zusammen im Cup-Noodle Museum. Japaner lieben nämlich Cup-Noodle´s.

Es gibt über 600 verschiedene Sorten von Cup-Noodle´s die dort in einem Raum ausgestellt waren mit den Daten wo die entstanden sind.
 Es war auch sehr interessant zu sehen wie viele verschiedene Sorten von Cup-Noodle es gibt. Cup-Noodle gibt es schon seit vor dem zweiten Weltkrieg und bis heute lieben es die Menschen hier in Japan.



Das berühmteste Cup Noodle in Japan




 Auch in meiner Familie wird Cup-Noodle geliebt und wir haben immer sehr viel im Haus, auch falls mal wegen einem Erdbeben oder Tsunami kein Strom da ist. Dann kann man das nämlich trotzdem noch leicht essen.

 
Auch bin ich diesen Monat zu dem berühmten Kamakura gegangen, was einige von euch bestimmt kennen. Kamakura ist ein richtig berühmter Touristen Platz, wo es sehr viele Ausländer gibt. Wir sind zur berühmten „Great Buddha“ Statue gegangen, die eine Nationale Kostbarkeit ist. Diese Statue ist 13,4m hoch und 121 Tonnen schwer. Da sie von innen hohl ist kann man sogar rein gehen was nur umgerechnet 20 Cent gekostet hat.
Kamakura ist ein Ort wo man viel von der japanischen Kultur und dem japanischen Leben sehen kann.
In Kamakura werden auch viele spezielle Feste gefeiert und dort finden viele Hochzeiten statt. Sogar Obama der Präsident von den USA war in Kamakura und hat da das berühmte Macha Eis gegessen. Danach wurde das Eis zu Obamamacha umbenannt. Nächste Woche werde ich dann mit meiner Familie nach Hakone gehen, was auch sehr berühmt ist und wo immer viele Touristen hinreisen.
In Kamakura gibt es auch mehrere Tempel und                                                                                                  

Eine Shoppingstraße mit ganz vielen verschiedenen kleinen Läden und ganz vielen verschiedenen japanischen Essenssachen und Süßigkeiten.




 November 




Der kalte November

Das Erste im November war das alljährliche Schulsportfest. Aber unter Sportfest versteht man in Japan etwas anderes als in Deutschland.  Denn es sind nicht Sportarten die man ausführt, sondern sportliche Spiele, die ich bis jetzt auch nur in Japan gesehen habe. Ich musste bei einem Spiel mitmachen, wo 2 Klassen gegeneinander kämpfen. Die Hälfte einer Klasse musste einen großen dicken Stab oben halten, wo am oberen Ende eine Schleife befestigt war und die andere Hälfte musste versuchen bei der gegnerischen Klasse die Schleife von deren Stab herunter zu bekommen. Leider sind wir  nur Dritte geworden, trotzdem aber hat es viel Spaß gemacht.



 


Am Wochenende bin ich dann mit meiner Gastfamilie nach Hakone, einem berühmten Touristenort, gegangen. Meine Freundin die aus den Philippinen kommt ist auch mitgekommen. Wir sind nach Hakone gegangen um in einem Tempel für gute Testergebnisse für meinen kleinen Gastbruder zu beten. Der hat
 nämlich im Januar wichtige Tests die er bestehen muss, um in eine gute High School zu kommen


 Danach haben wir noch Sightseeing gemacht und sind zu einem berühmten See gefahren der von Bergen umgeben war. Die Aussicht war echt wunderschön






 Am 10. November hatte ich dann ein sehr interessantes YFU Treffen, wo wir in einen Tempel gegangen sind um zu meditieren. Und ich muss schon sagen, Meditieren ist ECHT schwer. Beim Meditieren geht es darum erstmals ganz schwer zu sitzen (wie ihr auf dem Bild seht). Glaubt mir das ist schwerer als es aussieht, vor allem für mich da ich noch nie wirklich gelenkig war. So mussten wir dann 10 Minuten sitzen (Die 10 Minuten kommen einem sehr lange vor), den Rücken durchgestreckt und die Augen halb offen auf dem Boden gerichtet.
Am Ende sah das dann so aus:



Es war wirklich ein sehr interessanter Tag und der Mönch der uns das alles gezeigt hat, war auch echt super lieb.   


Nach der Meditation haben wir uns dann noch den Tempel von außen angesehen. Es gab eine Besonderheit an diesem Tempel und zwar gab es ein Goldenes Tor als Eingang wo nur der Kaiser und die Kaiserin von Japan durchgehen dürfen, bis jetzt wurde das Tor also noch nicht oft geöffnet
 

Auch hatte ich diesen Monat wieder so etwas wie eine Klassenfahrt. Diese ging 3 Tage und war in einer Jugendherberge in Hakone, die speziell meiner Schule gehört. Allein daran sieht man schon wie viel Geld meine Schule hat, sie ist ja auch eine Privatschule die normalerweise monatlich mehr als 1000 Euro kostet


Auf dieser Fahrt haben wir eigentlich nur Diskussionen über Jesus und Christentum gehabt, da meine Schule ja auch eine christliche Schule ist. Wir sind die ganze Zeit im Gebäude geblieben, außer einmal um  den Fuji-san zu sehen.  Es war Wahnsinn ihn von so Nahem zu sehen, und da auch gutes Wetter war, konnte man ihn perfekt sehen. In der Jugendherberge bestand das Essen hauptsächlich aus Japanischen Schnellkochgerichten wie Curry oder Tonkatsu (Schnitzel)

Im Ganzen hat die Klassenfahrt aber viel Spaß gemacht, weil man damit auch mehr mit seinen Klassenkameraden macht, was echt schön ist.



Da an dem 22. November hier „Thanksgiving“ und damit  ein Feiertag war haben meine Gastfamilie und ich ein wenig unternommen. Am Freitagabend bin ich zusammen mit meiner Gastfamilie zum Karaoke gegangen, was wirklich sehr amüsant gewesen war. Da mein Gastpapa in seiner Jungend ein Jahr in Amerika war kannte er sehr viele alte amerikanische Lieder die ich dann mit ihm gesungen habe.

 Am nächsten Tag haben wir uns dann eine japanische Tanzshow angesehen. Das witzige an dieser Show war, dass die  Tänzer alles Männer waren aber wie Frauen gekleidet. 



 Sowas ist in Japan immer sehr beliebt, also Männer in Frauenkimonos. Ab und zu sieht man auch Frauen in Männerklamotten. Fragt mich nicht wraum vlt mögen die Transvestiten :D



So und nun will ich euch ein bisschen von 茶道und 書道erzählen. Für die die es nicht lesen können Teezeremonie und Kalligraphie. Diese beiden Sachen mache ich nämlich in der Schule im Moment und ich muss sagen es macht echt Riesenspaß und ist echt interessant. Kalligraphie habe ich zusammen mit der anderen Austauschschülerin aus Finnland und Drittklässlern. Kalligraphie habe ich schon seit ich zu dieser Schule gehe und es macht von Mal zu Mal mehr Spaß. Mittlerweile gehen meine Kalligraphischen Künste auch.  Der rote Pfeil zeigt das, was ich gemacht habe.
























Und nun zu der Teezeremonie. Diese mache ich erst seit Oktober und es findet einmal die Woche statt. Einmal habe ich sogar schon Tee gemacht und es ist echt schwer. Es gibt bestimmte Griffe wie man etwas hochnimmt und wieder hinstellt; auch mit welcher Hand man etwas nimmt ist wichtig. Eine Freundin von mir macht das schon 5 Jahre lang und trotzdem macht sie das ab und zu noch falsch. So merkt man  wie viel die Frauen lernen müssen, die das beruflich machen.
Trotzdem ist es immer eine schöne Zeit, weil man dann mit den anderen auch zusammen sitzt und japanische Süßigkeiten isst und japanischen Tee trinkt.

Dezember

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

ich hoffe ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und genießt die besinnliche Zeit.
Es ist jetzt kein Monat mehr bis ich wieder zurück nach Deutschland fliegen werde. Für mich ging diese Zeit hier leider viel zu schnell um. Im Dezember wollte ich mir nochmal Zeit für meine Familie nehmen und habe deswegen öfters mit ihnen Familienabende gemacht. Meine Familie hier ist mir genauso wichtig wie meine richtige Familie geworden. Aber genau dieses will man ja auch, wenn man ein Austauschjahr macht.
Da ich im Januar nur noch kurz in Japan bin  und mich auch hauptsächlich mit packen und verabschieden beschäftigen werde, wird dies wahrscheinlich mein letzter richtiger Bericht. Im Januar wird noch ein kleiner Bericht über das japanische Neujahr kommen. Im Dezember sind die Japaner meistens im Stress, genauso wie die Deutschen sind sie mit Einkaufen Weihnachtsvorbereitungen und Saubermachen beschäftigt.
Ich bin im Dezember zu der Schule einer Austauschfreundin aus den Philippinen gegangen, dort hat nämlich eine Englisch Diskussion namens „World Café“ stattgefunden. Am Anfang dachte ich mir so gut kann das ja gar nicht werden, weil viele Japaner sehr schlechtes Englisch reden. Doch ich war sehr positiv überrascht. Viele Austauschschüler von anderen Schulen sind gekommen und die japanischen Schüler konnten auch alle recht gut Englisch reden. Ich hatte am Ende sehr viel Spaß und echt nette Leute kennengelernt.


Auch hatte ich diesen Monat mein letztes YFU Meeting, wo ich auch eine Rede auf Japanisch halten musste. Gerne werde ich diese Rede euch auch vorhalten, doch leider ist sie komplett auf Japanisch. In dieser Rede ging es darum, was wir in diesem Austauschjahr gelernt haben, was uns am besten gefallen hat, und vor allem konnten wir in dieser Rede nochmal schön unserer Gastfamilie und den YFU Mitgliedern danken. Dieses YFU Meeting war sehr schön, da ich auch eine andere Austauschschüler aus Deutschland wiedergesehen habe. Auf diesem Treffen haben wir auch eine Urkunde bekommen. Es war schön alle noch einmal wiederzusehen, bevor man wieder zurück fliegt. Normalerweise sollten die Gasteltern auch zu diesem YFU Meeting gehen, doch leider konnte meine Gastfamilie nicht kommen, da an diesem Tag auch der Todestag der Gastoma war und sie zu der Trauerfeier mussten. Trotzdem hatte ich viel Spaß und nochmal ein tolles Erlebnis. Ich habe dank YFU eine komplett neue Welt entdeckt und viele tolle und wichtige Erfahrungen gemacht. Ich bin stolz auf mich dieses Jahr vollendet zu haben und würde es jedem anderen auch empfehlen auch so ein Austauschjahr zu machen solange man es noch kann, denn jung bleibt man nicht für immer, aber meine Erinnerungen an dieses Austauschjahr in Japan bleibt für immer bei mir. Definitiv werde ich eines Tages wieder nach Japan zurückkehren, denn hier fühle ich mich mittlerweile genauso zuhause wie in Deutschland.


Auch war im Dezember mein Geburtstag, wo meine Gastmama extra einen Kuchen für mich gebacken hat. In Japan ist der 18. Geburtstag leider nicht so besonders wie in Deutschland, denn hier ist man erst mit 20 volljährig. Trotzdem haben sich alle sehr viel Mühe für mich gegeben und haben mir einen super Geburtstag gemacht.
Nachmittags von 1-5 Uhr hatte ich noch einmal Schule. Da meine Schule wie alle wissen ja christlich orientiert ist hatten wir einen Weihnachtsgottestdienst. Eigentlich war ich davon nicht so begeistert, denn an meinem Geburtstag wollte ich lieber mit meiner Familie feiern. Doch am Ende war das doch gar nicht so schlecht. Zum Schluss haben dann alle Kerzen angemacht und Weihnachtslieder gesungen


Zuhause hatte meine Mama dann für alle „Schabu Schabu“ gemacht.
Dieses Gericht habe ich mir gewünscht, denn das habe ich auch schon mal zusammen mit Sachiko gegessen, als ich noch bei ihr Japanisch Unterricht hatte. Danach gab es dann den Kuchen den meine Mama extra für mich zubereitet hatte. Wir hatten ungefähr für 3 Stunden zusammen gegessen.





Zu meiner Überraschung hatten meine beiden Gastbrüder auch Geschenke für mich besorgt worüber ich mich sehr gefreut habe. Mein kleinster Gastbruder hat sogar eine Tasche für mich selber genäht. Mein anderer Gastbruder hat mir zwei Bücher auf Japanisch geschenkt, 
damit ich immer schön weiter japanisch lerne









Dann war auch schon Weihnachten. Zu meiner Enttäuschung ist Weihnachten hier nicht so etwas Tolles wie in Deutschland, denn die meisten Leute hier sind auch keine Christen. Meine Gasteltern hatten beschlossen Weihnachten am 23. Dezember zu feiern und an den 24. Dezember dann zusammen in den Vergnügungspark zu gehen. Dies war natürlich komplett anders als Weihnachten in Deutschland, auch hatten wir nur einen mini Weihnachtsbaum aus Plastik. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht und am Ende habe ich von meiner japanischen Familie viel japanisches Essen und einen Nabe Topf bekommen (Nabe ist ein Topf wo man verschiedene Gerichte drin zubereiten kann).

Bald aber haben wir Neujahr was in Japan viel wichtiger ist als Weihnachten und viel schöner gefeiert wird. Darauf freue ich mich am meisten.

Ich hoffe euch hat mein Bericht und die vorigen Berichte  gefallen und dass ihr ein wenig mehr über Japan erfahren konntet.

Liebe Grüße aus dem schönen Japan



PS: Mein neues Cosplay